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Gespräch mit PopArt Künstler Henning O. Veröffentlicht von Anja am 29. März 2012 Kunstrichtungen, Pop-Art / Collagen
Die in den 50er Jahren entstandene PopArt scheint einen neuen Boom zu erleben.
Anja Huehn unterhält sich mit Digital PopArt Künstler Henning O. aus Düsseldorf über seine Pop Art.
Seit wann beschäftigst Du Dich mit der digitalen PopArt?
Es war im Jahr 2000 nach einem Museumsbesuch einer Andy Warhol Ausstellung. Die ersten Objekte wurden in einer Fotocommunity präsentiert und fanden positive Resonanz.
So überlegte ich nun, wie ich meine Kunstwerke auf ein Medium bringen könnte. Der Siebdruck kam aus Platzmangel nicht in Frage und da kam mir die Idee meine Bilder im
Gicléedruck direkt auf Leinwand zu drucken. Aus dieser Gestaltung von Photopainting und Glicéedruck entwickelte sich die Kombination mit dem Namen Digital-Pop Art.
Was ist ein Gicléedruck? Als Giclée wird das Ausdrucken von großformatigen, digitalen Bildern mit einem Tintenstrahl- drucker bezeichnet.
Was begeistert Dich an dieser Kunstrichtung? Die Welt der Reklame und Musik dominiert, das Bonbonfarbene und das Poppige, der Knalleffekt und die schöne Oberfläche.
40 Jahre nach dem eigentlichen Ende des Booms regiert wieder der Wunsch nach Kraft und Unruhe. Das begeistert mich und treibt mich als Künstler an.
Wie würdest Du Deine eigene Kunst ganz kurz beschreiben?
Die Wurzeln meiner Kunst liegen in der Pop Art. Da die Popart immer zwischen Kunst und Kommerz pendelt,
geh auch ich mit diesen beiden Gegensätzen auf meine Weise um. In meinen Werken gibt es sehr eindringliche, intensive Bilder, aber genauso leichte, beschwingte und kommerzielle
Arbeiten. Mein Medium ist der Fotoapparat, PC mit Maus oder Tablet und Drucker. Die Kunstwerke werden mit Tinte im Gicléedruck auf Leinwand gedruckt.
Die fertig gedruckten Bilder werden dann noch zum Teil mit Airbrush oder Objekten von mir zu Collagen weiter bearbeitet. Eine der Techniken der in den 50er und 60er Jahren
entstandenen Popart ist die Decollage. Damals wurden bereits in Fetzen gerissene Plakate aus dem Öffentlichen Raum abgerissen und es entstanden neue Kunstwerke aus diesen oft
auch recht kritische Arbeiten.
Auch Du praktizierst diese Technik der Decollage. Erzähl wie diese bei Dir entstehen und was Du damit ausdrücken möchtest
!
Eine durch destruktive Veränderung, Abreißen, Zerschneiden, Übermalen vorgefundener Materialien entstehende Bildgestaltung, ist das was mich an der Technik der Decollage fasziniert.
Ich suche nach alten Filmplakaten oder alten Zeitschriften und befestige sie in Schichten auf Leinwand oder anderen Untergründen, um anschließend Teile davon wieder zu entfernen.
Ich kann mir gut vorstellen, daß ich mit dieser Technik noch so einige Werke entstehen lassen werde.
In der Decollage steckt immer auch der Versuch mit der Gesellschaft zu kommunizieren.
Du sprachst davon, dass Andy Warhol dich animiert hat. Gibt es weitere Künstler die Dir ein Vorbild sind?
Ja da gibt es eine Menge, die aber alle nicht mehr Leben Jonathan Meese
ist ein Künstler der mich magisch anzieht. Für mich ist aber irgendwie Alles und Jeder eine Inspiration.
Gibt es unter deinen zahlreichen Bildern eines, welches dein besonderer Favorit ist?
Schwer zu sagen, da ich alle meine Bilder mag. Aber meine Comiccollagen, 10cmx10 cm, mit Figur im Schattenfugenrahmen, die haben schon etwas ganz besonderes.